Zecke im Aargau

Zecke im Aargau

Im Frühjahr sollte man an die Zeckenimpfung denken. Das Problem sind nicht die spinnenartigen Blutsaubern an sich, sondern die Krankheiten, welche sie auf den Menschen übertragen können. Die Zeckenkrankheiten sind die FSME, eine durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung, und die Lyme-Borreliose, eine Infektion durch Bakterien.

Risiko

Risikogebiete sind die Naturherde in der Norwestschweiz, vor allem im Kanton Aargau. Risikopersonen sind Leute, die sich häufig im Wald aufhalten. Also Förster, Jäger, Tschogger, Kinder und so weiter. Jetzt ist höchste Zeit, sich impfen zu lassen, auch wenn eine Impfung grundsätzlich das ganze Jahr über möglich ist.

Die Suche nach dem Wirt

Zecken sind 8-beinige Spinnentiere und leben im Unterholz von Wald und Garten. Wie die Zecke den möglichen Wirt wahrnimmt, weiss man (noch) nicht: Erkennt sie die Wärme, den Geruch oder „hört" sie sogar ihr Opfer? Die Zecke hat akustische Organe an den Vorderbeinen. Sie klammert sich mit den Beinen am Wirt fest und sucht für den Stich nach einen Hautbezirk mit dünner, warmer Haut. Mit dem Zeckenrüssel wird ein Hautkanal ausgeschnitten und das Tier verankert sich mit Widerhacken. Während dem Stich sondert sie lokal betäubende, entzündungshemmende und blutstillende Substanzen ab. Das hat zu Folge, dass der Zeckenstich meist schmerzlos ist und in 80% der Fälle nicht unmittelbar bemerkt wird. Wird die Zecke nicht entfernt, kann der Saugvorgang bis zu 10 Tagen dauern. Umso grösser ist die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserergern.

FSME

Die Frühsommer-Meningo-Entzephalitis ist eine Infektion durch Viren und verläuft in typischerweise in zwei Phasen:

  • Nach 2-28 Tagen kommt es zu grippeartigen Beschwerden welche nach 2-4 Tagen abklingen.
  • Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es nach dem fieberfreien Intervall von 1-8 Tagen zu einer weit schwereren Erkrankungsphase mit deutlich höherem Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteife, Blutbildveränderung und so weiter, alles Zeichen einer Hirnhautentzündung.

Eine Behandlung ist derzeit nicht möglich, nur eine Linderung der Symptome. Der einzig wirksame Schutz ist die FSME-Impfung, eine aktive Immunisierung gegen die Viren. Diese muss in drei Teilimpfungen verabreicht werden. Die zweite Teilimpfung kann nach 14 Tagen bis 3 Monaten gespritzt werden. Danach beträgt der Impfschutz bereits 90% und hält für 1 Jahr. Nach der dritten Teilimpfung nach 9-12 Monaten ist der Impfschutz 97% und hält nach bisherigen Erfahrungen 3 Jahre.

Lyme Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle, von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Als Frühform sieht man oft eine auf der Haut lokalisierte Infektion, die sogenannte Wanderröte, mit oder ohne Entzündung der lokalen Lympfknoten. Die Rötung kann verschwinden, die Infektion jedoch weiter voranschreiten. Es kann zu schweren Muskel- oder Gelenkentzündungen kommen, Veränderungen am Herzen, am Auge und vor allem wird das zentrale Nervensystem befallen. Wird die Borreliose nicht erkannt, so können sich in Spätstadien chronische Erkrankungen entwickeln. Jede 3.-4. Zecke ist Trägerin der Borreliose, schweizweit. Die Krankheit kann mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden, je früher desto erfolgreicher sind die Heilungsaussichten.

Lassen Sie sich in der Apotheke beraten und genau informieren.