Reisethrombose
Stundenlanges Sitzen während eines Fluges kann das Risiko von Reisethrombosen erhöhen. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefässes. Am häufigsten bilden sich diese Blutgerinnsel in den Beinvenen. Wenn sich ein Blutpfropf löst und über den Blutkreiskauf in die Lunge oder das Gehirn gelangt und stecken bleibt, kommt es zu einer Embolie. Das Risiko ist für einen Grossteil der Bevölkerung klein, steigt aber mit zunehmender Reisedauer und Risikofaktoren.
Wie entsteht eine Thrombose? Stundenlanges Sitzen mit angewinkelten Beinen schränkt den venösen Blutrückstrom ein und es kommt zu Gefässschäden. Das Blut fliesst langsamer und gerinnt leichter. Wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit in der Kabine verdunstet der Körper mehr Flüssigkeit und trocknet nach und nach aus, das Blut dickt ein. Es bilden sich Ödeme, also Flüssigkeitsablagerungen im Gewebe, die Unterschenkel spannen, die Füsse schwellen an und die Schuhe passen nicht mehr richtig. Oft ist nur ein Bein betroffen. Häufig treten die Symptome erst Tage oder Wochen nach der Reise auf und erfordern einen sofortigen Arztbesuch.
Ein mittleres erhöhtes Risiko haben Personen über 40 Jahre, Leute mit Herzschwäche, Krampfadern oder chronischer Venenstauung, Übergewicht (BMI > 30), oder Frauen, welche die Pille nehmen oder rauchen.
Ein hohes Risiko hat, wer bereits einmal eine Thrombose oder Embolie hatte, wer eine angeborene Blutgerinnungsstörung hat, wer an Tumoren leidet, wer einen Gipsverband an den Beinen trägt, wer kurz vor der Reise eine Operation mit hohem Thromboserisiko hatte oder wer schwanger ist.
Was kann man allgemein dagegen tun? Buchen Sie einen Platz im Gang oder bei den Notausgängen so dass die Beine ausgestreckt werden können. Schlagen Sie die Beine nicht übereinander. Tragen Sie zum Fliegen weite Kleidung und ziehen die Schuhe an Bord aus. Trinken Sie viel, aber keinen Alkohol oder Kaffee, essen Sie leichte Kost. Verzichten Sie auf Schlafmittel und damit auf Bewegungslosigkeit. Bewegen Sie sich, machen Sie Streck- und Dehnungsübungen mit Beinen und Füssen. Dabei solle man die Waden richtig spüren.
Personen mit mittlerem Risiko sollen zusätzlich zu den allgemeinen Massnahmen Kompressionsstrümpfe der Klasse II tragen.
Bei hohem Risiko empfiehlt sich neben den allgemeinen Massnahmen und den Kompressionsstrümpfen eine Gabe von niedermolekularem Heparin. Dieses wird 2-4 Stunden vor dem Reiseantritt unter die Haut gespritzt. Idealerweise hat man eine Zolldeklaration für die Spritzen (Rückreise) dabei. Bereits antikoagulierte Personen brauchen kein zusätzliches Heparin.
Aspirin bringt nichts, weil es nicht im venösen System eingesetzt werden kann.
Customs declaration: (Spezialitätenname) was prescribed for (Patientenname) to prevent life-threatening thromboembolic complications and does not contain any narcotics or blood derivates.
