Reisedurchfall

Reisedurchfall

 

Akuter Durchfall ist das häufigste Gesundheitsproblem von Reisenden. Etwa ein Drittel aller Tropenreisenden erkrankt daran. Eine Reisediarrhö wird hauptsächlich von Bakterien ausgelöst, vor allem von ETEC (enterotoxische Escherichia Coli), gefolgt von EAEC (enteroaggregative E. Coli). In 10-20% der Fälle sind Salmonellen, Shigellen, Campylobacter und andere Übeltäter Schuld. Beim akuten Reisedurchfall handelt es sich im Allgemeinen umeine harmlose Erkrankung, die innerhalb von 3-5 Tagen wieder abklingt. Zur Vorbeugung gibt es verschiedene Ansätze:

  • Koch es, siede es oder vergiss es! Die penible Nahrungsmittelhygiene schützt am besten.
  • Eine antibiotische Prophylaxe ist nur für Hochrisikopatienten z.B. mit Diabetes, schweren Herzerkrankungen oder Patienten mit wenig Magensäure notwendig.
  • Probiotika, Mittel mit (lebenden) Bakterien zum Schutz und Wiederaufbau der natürlichen Darmflora zeigen nicht immer die erwünschte Wirkung.
  • Kürzlich konnte gezeigt werden, dass eine orale Choleraimpfung auch vor einer Diarrhöe durch Colibakterien schützt. Dukoral® ist aber teuer und auch nur für Risikopatienten zu empfehlen.

Auch für die eigentliche Behandlung gibt es verschiedene Ansätze:

  • Die wichtigste ist der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Bei einem milden Durchfall genügen oft kohlesäurehaltige Getränke, Tee, Salzstangen und Suppen. Bei schweren Verlaufsformen empfehlen sich standardisierte Pulver zum Auflösen.
  • Durchfallstopper wie Loperamid (Imodium) sollen nur kurzfristig für 2-3 Tage, nicht aber bei Fieber und blutigen Stühlen eingesetzt werden.
  • Aktivkohle wird zwar häufig eingesetzt, ihre Wirksamkeit ist aber begrenzt.
  • Antibiotika sollen nur nach Rücksprache eingesetzt werden. Als Mittel der Wahl gilt die Gruppe der Chinolone.

Eine chronische Diarrhöe verlangt auf jeden Fall einen Arztbesuch und einer speziellen Diagnostik. Nach Fernreisen sind oft Lamblien der Auslöser. Auf alle Fälle gilt: Patienten, welche mit Fieber und Durchfall aus den Topfen zurückkehren, sollten sich vom Arzt auch auf Malaria untersuchen lassen.

Therapie-Empfehlung:

1.       Imodium® (Loperamid 2mg): 2 sofort, bei jedem dünnen Stuhl 1 weitere (Lingual-) Tablette bis maximal 6-8 pro Tag.

2.       (Bauch-) Krämpfe bekommt man mit Buscopan® 3-4 mal täglich 2 Dragées gut in den Griff.

3.       Elektrolytersatz (z.B. Normolytoral® mit Natrium, Kalium, Glucose) oder Bouillon-Würfel (Knorr® - von zu Hause mitnehmen!) trinken. Im kühlen Zimmer bleiben (zusätzliches Schwitzen vermeiden).

4.       Falls der Durchfallstopper (Imodium) zu wenig nützt, lieber früher als später mit dem Antibiotikum Ciproxin® (Ciprofloxacin / Generikum) 2 mal täglich 500mg einnehmen. Oft genügt sogar 1-2 Tage, sonst 5 Tage lang einnehmen.

5.       Antinal® (Nifuroxazide 200mg, in der Schweiz nicht erhältlich, in Deutschland = Pentofuryl®): 4 mal täglich 1 Kapsel für 4 Tage. Ein ausgezeichnetes Antiseptikum für den Magen-Darmtrakt, welches vor allem lokal wirkt.

6.       Nützt alles nichts, lässt man einen Arzt kommen und lässt sich eine Infusion stecken. Z.B. Ringer® Lösung mit Natrium und Kalium 500ml. Dem Arzt sagen, welches Antibiotikum man bereits nimmt.

7.       Vor allem auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr achten. Essen was man mag. Banane, Reis, Toast sind überall erhältlich.

8.       In der Kühle (Zimmer mit Aercondition) bleiben.