Bäuche: Was Äpfel von Birnen unterscheidet

Bäuche: Was Äpfel von Birnen unterscheidet

Menschen mit bauchbetontem, apfelförmigen Übergewicht leben gefährlich.

Das Übergewicht spielt die zentrale Rolle beim sogenannten metabolischen Syndrom. Das metabolische Syndrom wird auch Wohlstands-Syndrom" oder „tödliches Quartett" genannt und bezeichnet das gleichzeitige Auftreten verschiedener Risikofaktoren, welche die Gefässverkalkung hervorrufen. Die vier wichtigsten Risikofaktoren sind: Das bauchbetonte Übergewicht, ungünstige Blutfettwerte, erhöhter Blutdruck und erhöhter Blutzucker. Je mehr Risikofaktoren gleichzeitig vorkommen, desto höher ist die Gefahr für Schäden an den Blutgefässen und damit für schwere Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Verschlusskrankheiten.

Übergewicht spielt eine zentrale Rolle, da es alle anderen Risikofaktoren mitverursacht. Dabei ist weniger das Ausmass des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend. Besonders nachteilig wirken sich Fettdepots im Bauchraum - eben die Apfelform - auf die inneren Organe aus. Das Fettgewebe am Bauch ist ein hormonell aktives Organ, das verschiedenste Substanzen in die Blutzirkulation abgibt, die über den Appetit und den Energieumsatz Körpergewicht und Fettdepots steuern. Weiter beeinflussen sie die Blutgerinnung, den Tonus der Gefässe sowie die Insulinempfindlichkeit.

Wenn man also eine apfelförmige Figur hat, muss man über die Bücher gehen. Eine Änderung des Lebensstils ist angesagt. Birnenförmige Figuren haben es etwas besser, denn das Fett, das sich vor allem an Hüften und Oberschenkeln ansammelt, ist nicht ganz so gefährlich. Trotzdem: Übergewicht bleibt Übergewicht und ist ungesund.

Und so attraktiv ist ein runder Bauch auch nicht. Eine schlanke Taille ist nicht nur schöner, sondern auch gesünder. Bereits 1 cm weniger Bauchumfang reduziert das Risiko für Gefässerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes um 5%.

Eine sehr einfach und unkomplizierte Möglichkeit, sein persönliches Risiko für das Vorliegen eines metabolischen Syndroms herauszufinden, ist die Messung des Bauchumfangs auf Nabelhöhe. Ein erhöhtes Risiko liegt für Frauen bei einem Bauchumfang über 80 cm, bei Männern über 94 cm vor. In der Schweiz überschreitet bereits ein Drittel der Bevölkerung diese Risikoschwelle.

Je nach wissenschaftlicher Quelle (v.a. aus den USA!) ist man toleranter und toleriert beim Mann einen Bauchumfang von 102 und bei der Frau 88 cm. Ich habe mich für die USA-Norm entschieden.